Bevor wir Südamerika wieder verlassen wollen wir noch auf einen Sprung in der Gegend vorbeischauen die angeblich den besten Rotwein Chiles hervorbringt. Wir haben uns Santa Cruz herausgepickt. Erstens weil es im Herzen dieser Region liegt und zweitens weil der Name cool klingt. Natürlich wie hier in Chile immer mit dem Bus. Um von Vina del Mar dort hin zu kommen muss man allerdings zuerst nach Santiago, dann den Terminal wechseln und dann weiter nach Santa Cruz.
Die Distanzen sind jetzt nicht so groß. von Vina del Mar nach Santiago sind es gute 100 Kilometer und von Santiago nach Santa Cruz dann noch mal etwa 170 Kilometer. Im gesamten brauchen wir dann aber doch fast 7 Stunden inklusive Terminal wechseln in Santiago. Glücklicherweise liegen die beiden Busstationen „Alameda“ und „Sur“ direkt nebeneinander, man muss eigentlich nur eine Straße überqueren.

Alles klappt ziemlich reibungslos und am späten Nachmittag kommen wir relativ pünktlich in Santa Cruz an. Am Busbahnhof treffen wir dann auch gleich unseren AirBNB Vermieter, der uns die Schlüssel übergibt. Ich denk mir noch, „hey das ist aber voll nett, das der direkt zum Bahnhof kommt“, aber weit gefehlt, der arbeitet dort. Egal, wir haben die Schlüssel und beschließen die 20 Minuten mit unseren Taschen zur Unterkunft zu Fuß zurückzulegen. Wir sind ja eh den ganzen Tag mehr oder weniger nur rumgesessen. Was wir nicht wissen konnten… im „Zentrum“ von Santa Cruz, das wir durchqueren müssen, finden gerade gröbere Straßenarbeiten statt. Wird sicher hübsch wenn es mal fertig ist, aber jetzt nervt es gerade die Taschen über den Schotter zu ziehen.
Aber auch das erledigen unsere Ortlieb Duffle Bags bravourös. Das AirBnB ist riesig. Mit Abstand das größte das wir bis jetzt hatten. 3 Schlafzimmer, Wohnzimmer, Bad, Küche, Esszimmer und Veranda. Sicher über 130 Quadratmeter. Die Einrichtung erinnert ziemlich stark an kroatische Gästezimmer vor 30 Jahren. Alles schon etwas in die Jahre gekommen und eher im Stil der 80er. Nicht schön aber dafür unpraktisch. Aber alles ist sauber und funktioniert. Unsere Unterkunft liegt in einer ruhigen Wohngegend, sieht man jetzt mal von der Betongießerei auf der anderen Straßenseite ab. Aber die halten glücklicherweise nichts von Morgenschichten. Sie fangen erst gegen 09:00 zu arbeiten an und hören dafür pünktlich um 16:00 auf.




Unseren ersten Tag nutzen wir um das Städtchen und die Umgebung zu erkunden. Das erweist sich allerdings als maximal 2 Stunden Programm, wenn man sich langsam bewegt. Viele Sehenswürdigkeiten bietet Santa Cruz nicht gerade, auch Wanderwege entlang oder durch die Weingärten sucht man vergebens. Das Zentrum rund um die Plaza de Armas wäre eigentlich sehr hübsch, aber wie schon gesagt finden hier gerade gröbere Umbauarbeiten statt. Aber das Rathaus und die Kirche sind schon renoviert und das durchaus gelungen. Außer uns sehen wir eigentlich keine Touristen, aber wahrscheinlich kommen die eher an den Wochenenden aus Santiago.









Für den zweiten Tag hat Claudia ein Weingut gefunden, das auch Führungen anbietet. Der Betrieb hat den klingenden Namen „Vina Laura Hartwig„. Der Betrieb liegt an der westlichen Ausfahrt von Santa Cruz, etwa 200 Meter von der Hauptstraße in einem Parkähnlichen Areal. Außer mit hervorragendem Wein beschäftigt man sich hier auch mit Polopferden. Wir sind wieder mal die einzigen Touristen die sich hier rumtreiben. Die Führung und die Verkostung sind aber sehr nett gestaltet. Viel Info über die Weine und die Familiengeschichte und über die leider erst kürzlich verstorbene Laura Hartwig.
Der Wein war fein, sonst gibt´s hier aber nix zu tun, deswegen geht es jetzt wieder retour nach Santiago für unser letzten Tage in Chile, bevor es dann via Kanada wieder nach Bangkok geht.