Gehörst du zu der Gruppe Menschen, die gerne krank ist?
Ich auch nicht.
Kann ich nicht ausstehen.
Bin auch äußerst selten krank.
Bin gewohnt, dass mein Körper funktioniert.
Reibungslos.
Dementsprechend upset bin ich dann, wenn’s mal nicht so ist.
Da bringt mich schon eine Kleinigkeit aus dem Konzept.
Nein, bin kein Hypochonder.
Aber bin schwer zu ertragen, wenn mein Körper nicht so mag, wie ich will.
Ist eine eigenartige Mischung:
Einerseits bin ich grantig.
Kann nicht das machen, was ich will.
Oder es wird sehr kräfteraubend.
Andererseits kommt das innere Kind in mir hoch.
Werde weinerlicher.
Anlehnungsbedürftiger.
Mag umsorgt werden.
Und mich gleichzeitig zurückziehen.
Kennst du das?
Schon Zuhause ist Kranksein mühsam.
Aber da kann ich mich auf meiner Couch zusammenrollen.
Meist alle notwendigen Medikamente vorhanden.
Oder schnell besorgbar.
Wärmeflasche griffbereit.
Kühlschrank, Tee-Depot und Schoki-Lade in unmittelbarer Nähe.
Gut gefüllt.
Wenn’s was Gröberes ist, hab ich meinen Telefon-Joker.
Meine Schwester.
Ist Ärztin.
Und eine ausgezeichnete Diagnostikerin.
Hab quasi meine 24/7 Health-Hotline 🥹
Und jetzt im Nomandentum?
Ist so eine Sache, wenn du nicht weißt, wo du in ein paar Tagen wohnen wirst.
Ob du zur Weiterreise wieder fit bist.
Es im Zimmer best case einen Wasserkocher gibt.
Tee-Depot, Goodie-Lade und Wärmflasche nicht verfügbar sind.
Und wohltuend Vertrautes Mangelware ist.
Zum Glück hat’s mich – und auch Arno – erst zweimal erwischt.
Einmal in Sa Pa.
Eine gröbere Erkältung mit super hartnäckigem Husten.
So eine Art Erkältung, wo du dich Scheiße fühlst.
Dein Gehirn Matsch ist.
Aber kein Fieber hast.
Also auch kein Grund, den ganzen Tag im Bett zu bleiben.
Obwohl’s der Körper schon wollen würde.
Aber sind nur begrenzte Tage in Sa Pa!
Nur für ein bisserl Husten und Schnupfen gleich die Reise-Apotheke plündern?
Hm.
Nein, das wird schon so gut werden.
Langsamerer Start in den Tag.
Doch später wird mit dem Moped losgefahren.
Cat Cat Village angeschaut.
Puh, sind die Stufen hier besonders hoch?
Der Schweiß rinnt.
Der Rückweg zum Moped zieht sich.
Endlich zurück im Quartier!!
Gleich aufs Bett geworfen.
Sofort weggedämmert.
Auch wenn das Zimmer supernett ist.
Die Aussicht genial.
Ich wünsch mich grad auf meine Couch zuhause.
Vorm Fernseher mit Nachmittags-Sinnlos-Programm.
Mein großes gelbes Teehäferl neben mir.
Und Hühnersuppe von Arno gekocht!!!!
Wenn’s mir nicht gut geht, dann brauch ich Vertrautes um mich rum.
Oder zumindest den Gedanken daran.
Da wird mir bewusst:
Die Couch gibt’s nicht mehr.
Unser Bett ist verkauft.
DIe Wohnung wieder neu vermietet.
Kein Zuhause zum Zurück-Sehnen mehr. 😳
Poste mein „Elend“.
Genesungswünsche vom Familie und Freunden trudeln ein.
Aaaahhhhh, tut das gut!
Mein Coffee-to-Go Becher tritt an die Stelle des gelben Häferls.
Alleine schon fein, etwas Gewohntes von Zuhause mit zu haben!
Zum Glück gibt’s im Homestay ein Restaurant.
Müssen abends nichts raus zum Essen.
Der Pho mit Chicken gibt sein Bestes.
Zumindest Suppe.
Auch wenn er an Arnos Frittatensuppe nicht rankommt.
Danach noch im Bett Tatort gestreamt.
Ist sogar Sonntag Abend.
Ein Hoch auf Rituale!!!
Doch ein bisserl Zuhause nach Sa Pa geholt.



Hoffentlich verzieht sich diese doofe Verkühlung bald.
Am übernächsten Tag geht’s mit einer 9 Stunden Busfahrt weiter zum nächsten Stopp!
Am Reisetag geht’s besser.
Huste zwar noch wie ein Schlosshund.
Aber Nase spielt nicht mehr Wasserrohrbruch.
Und der Brainfog hat sich verzogen.
Schal und Hoodie schützen vor der AirCon im Bus.
Am Reisetag krank sein, ist echt bescheiden.
Ist mir bei der Nachtfahrt von Ninh Binh nach Hue passiert.
Morgens schon bisserl flauer Magen.
Aber nicht tragisch.
Gegen Mittag kann ich dann an Essen nicht mehr denken.
Magen grummelt.
Machen kein Tagesprogramm mehr.
Sondern verlängerte Zimmerstunde.
Bin weinerlich in Mimimi-Stimmung.
Döse vor mich hin.
Mag nicht daran denken, das Bett heute noch verlassen zu müssen.
Muss auch noch packen.
Uääähhhh.
Bin leicht beunruhigt.
Was, wenn’s schlimmer wird?
Nichts gegen Übelkeit in unserer Reiseapotheke.
14 Stunden Fahrt ohne WC im Bus stehen bevor.
Bustickets sind bereits gekauft.
Unterkunft in Hue bereits gebucht.
Wir müssen also fahren.
Mein Körper ist ein braver.
Er entscheidet sich, dass es sogar leicht besser wird.
An Essen kann ich zwar immer noch nicht denken.
Aber die grobe Übelkeit verzieht sich.
Das Verdauungssystem bleibt ruhig.
Uff.
Hätte sonst nicht gewusst, wie ich die 14 Stunden bewältigt hätte.