Nach zwei Tagen aus denen auf Grund der Datumsgrenze drei wurden sind wir in Suvanaburmi gelandet. Am Flughafen herrscht deutlich weniger Betrieb als normalerweise. Stört mich gerade gar nicht, bin sowieso durch. Mein Körper ist der Meinung es ist abend, aber die Uhrzeit sagt 06:00 morgens. Also irgendwie den Tag überstehen und dann früh schlafen gehen wäre die Devise. Passkontrolle ist schwub di wupp erledigt und während ich auf das Gepäck warte kümmert sich Claudia um Frischgeld. Das Gepäck lässt heute nicht lange auf sich warten und schon sind wir auf dem Weg nach draußen. Beim Zoll werden wir noch kurz rausgezogen um das Gepäck durch den Scanner zu schicken, aber alles paletti.
Claudia der Rechercheguru hat rausgefunden, dass auf Ebene 2 Ausgang 8, ein Bus direkt zur Kao San Road fährt. Sparen wir uns das Grab, probieren wir das. Also runter auf Ebene 2. Nach kurzem suchen finde ich einen ziemlich alten Bus auf dem steht Linie S1 Kao San. Kurz nachgefragt und schon sitzen wir drinnen und sind für 60 Baht (1,8 Euro) pro Person auf dem Weg zur Kao San.
Wir haben uns diesmal im Merry V Guesthouse einquartiert. Das Merry V ist in der Soi Rambutri ganz in der Nähe der Kao San Road. Die Haltestelle vom Bus, wenn man das so bezeichnen mag, ist direkt bei der Soi Rambutri. Wir brauchen also nur 100 Meter mit unseren Taschen bis zum Hotel rollern. Wir haben eines der drei Zimmer am Dach gebucht. Der Rest des Merry V ist ein Hostel mit 4 bis 8 Bett Dorms. Die Zimmer im 6 Stock sind ziemlich neu und haben recht große Balkone. Das Beste ist aber, dass man direkt auf das Kloster und den Tempel schaut.

Nachdem es noch nicht mal 09:00 ist können wir noch nicht in unser Zimmer. Aber das Gepäck können wir ins Storage packen. Dann knotzen wir uns in eine gemütliche Ecke und gönnen uns ein Frühstück. Gegen halb eins ist dann unser Zimmer fertig und wir auch. Jetzt noch das Gepäck rauf in den 6 Stock und das ohne Lift. Aber der Ausblick über den Tempel ist es wert.
Wir wollen so ungefähr eine Woche in Bangkok bleiben. Konkretes Programm haben wir nicht. Ich finde das grad sehr angenehm, dass wir kein „Programm“ haben. Sich einfach treiben zu lassen und die vielen verschiedenen Ecken die Bangkok abseits der touristischen Highlights bietet zu erleben. Mit der Yellow oder der Orange Line den Chao Praya rauf und runter fahren. Durch die Seitengassen in China Town zu laufen vom Blumenmarkt in die Knopfstraße weiter in die Gasse wo es nur Stofftiere gibt. Dann wieder eine Gasse wo nur Haarreifen und Haarspangen verkauft werden. So gibt es hier für fast alles eine eigene Straße. Immer jedoch gibt es an den Knotenpunkten Garküchen die für die Menschen die hier Arbeiten oder ein Geschäft haben kochen.


Dann biegt man zwei mal ab und plötzlich herrscht Ruhe und man findet sich in einer kleinen fast malerischen Straße die entlang eines Klongs (Kanal) verläuft. Keine Spur mehr von der Hektik und dem Lärm der 100 Meter weiter herrscht. Aber das macht für mich Bangkok aus. Einerseits dieser unglaubliche Pomp der Paläste und der großen Tempel, dann die ultramodernen Teile mit Ihren Wolkenkratzern und dazwischen noch immer diese Viertel wo man das Gefühl hat, die Menschen leben in Ihrer kleinen Community und kümmern sich um einander. Das alles wird getragen von einer noch immer tief verankerten Spiritualität die bis tief in den Alltag der allermeisten Thai´s hineinreicht.


Ein Beispiel für diese tiefe Spiritualität ist, das ein Zahn von Buddha gerade zu Besuch in Bangkok ist. Dafür wurde der große Paradeplatz vor dem Königspalast hergerichtet. Von 08:00 morgens bis 10:00 abends kann man hierher kommen und dieser Reliquie huldigen. Der Eintritt ist gratis, aber jeder Besucher muss sich identifizieren. Man geht durch eine Schranke mit einem eingebauten Metalldetektor und mehreren Kameras. Beim durchgehen muss man seinen Personalausweis oder Pass in die Kamera halten. Als Ausländer muss man sich dann noch zusätzlich an einem Schalter registrieren. Unglaubliche Massen an Menschen kommen hier den ganzen Tag über an. Ein konstanter Strom an Menschen. Auf dem Areal haben sicher 20 bis 30 Tausend Menschen Platz und er ist den ganzen Tag über voll. Es dürfte sich um eine besondere Reliquie handeln und wenn ich das richtig gelesen habe ist dieser Zahn das erste mal außerhalb China´s zu bewundern. Nicht, dass man den Zahn zu Gesicht bekommen würde. Der befindet sich in einem Tempelartigen Gebilde an das man nur bis auf ungefähr 10 Meter rankommt. In diesem Tempel steht ein Schrein. Auf diesem Schrein steht so eine Art Tabernakel und in diesem Tabernakel befindet sich der Zahn.



Am Eingang bekommt jeder Besucher eine Lotuspflanze (aus Plastik), dann wandert man um diesen Tempel herum und spricht währenddessen seine Gebete, oder auch nicht. Danach ist man angehalten, dass Areal wieder zu verlassen, denn wie gesagt es herrscht ein permanenter Zustrom an Menschen. Aber es ist trotz der Menschenmassen die sich hier vorbeiwälzen eine schöne und angenehme Stimmung.
Aber langsam müssen wir uns entscheiden wo es als nächstes hingeht. Nach einigem hin und her haben wir uns für Koh Chang Trat entschieden. Dort haben wir schon den Jahreswechsel 2014 auf 2015 verbracht. Also mal schauen was sich hier in den Letzten 10 Jahren getan hat. Damals war es ja noch eine eher ruhige Insel.