Fühlt sich an wie Reisen im Reverse Mode:
San Pedro de Atacama – Calama – La Serena – Vicuña
Bis auf den letzten Abschnitt schon alles abgefahren.
Gleiche Transportmittel:
Zu Fuß durch San Pedro zum Bus Terminal.
Bus nach Calama.
Wechsel des Bus Terminals zu Fuß (dieses Mal 25min durch eine wenig hübsche Gegend. Halte mal meine Tasche gut fest.).
Nachtbus nach Serena (first row – sehr bequem!!)
Dann noch den lokalen Bus nach Vicuña.







Der Busfahrer ein verkappter Rennfahrer.
Aber so kommen wir trotz der vielen Zwischenstopps pünktlich in Vicuña an.
Sehr entspannter, kleiner Ort.
Hübscher Hauptplatz.
Heißt natürlich Plaza de Armas
Umrahmt von alten Gebäuden.
An einem Eck ein großer Supermarkt.
Sehr praktisch!
Unser Airbnb nur 150m davon entfernt.
Hell.
Sehr liebevoll eingerichtet.
Große Weltkarte an der Wand.
Die Vermieterin ist selbst viel gereist.
Sogar eine Flasche Rotwein und Nüsse am Tisch als Willkommensgeschenk.
Ah, strecken uns gleich am Bett aus.
Ist schon fein.
So ausstrecken.
Nach einer Nacht im Bus.
Nach 22 Stunden Anreise.
Aber Nachtbusse sind super praktisch.
Du verschläfst den Großteil der langen Reisezeit.
Ersparst dir dabei einmal Übernachtungskosten.






Vicuña ist der Hauptort im Valle Elqui.
DER Pisco Region.
Überall Weingärten.
Bauen hier den Wein horizontal an.
Die Weinreben bilden ein dichtes Blätterdach.
Von dem die Trauben herunter hängen.
Schaffen ein für die Trauben besseres Mikroklima.
Allerdings:
Weinlesen geht nur händisch.
Und mit eher kleingewachsenen Lesehelfern.
Denn die Blätterdächer sind nicht sehr hoch.
Was man in Vicuña macht?
Pisco Verkosten.
Sterne schauen.
Das Valle Elqui hat besonders klare Luft:
Besonders wenig Lichtverschmutzung.
Deswegen gibt’s viele Observatorien und Star-Gazing Tours.
Lassen wir aus.
Sind ehrlich gesagt zu faul dafür.
Um 20.00 noch losstarten.
Haben in Australien geniale Sternenhimmel gesehen.
Sind spoiled, hihi.
Pisco Verkosten lassen wir aber fix nicht aus!
Nach dem Pisco Sour wollen wir doch wissen, wie Pisco pur schmeckt.
Führung in der Cooperativa Capel.
Arno und ich die einzigen für die englisch-sprachige Führung.
Cool, Privatführung.
Für nur 5.000 Pesos pro Person.
I like!
Wir erfahren:
Pisco ist ein Weinbrand.
Vor über 400 Jahre erfunden.
Chile und Peru streiten darum, von wem.
Rebsorte „Moscatel Austriaco“ unter anderem für Pisco verwendet (bei den guten Sachen sind wir Österreicher nie weit!).
Chilenen trinken Pisco selten pur.
Sondern Pisco Sour = mit Zitronensaft und Einweiß .
Oder Piscola = mit COLA.
Aaaaahhhh!
Flashback in meine Teenagerzeit.
Cola mit Weinbrand.
Rüscherl!!
Grauslich.
Kommen zur Verkostung.
Einmal einen klaren Pisco.
Einmal einen barrique ausgebaut.
Wow.
Sehr, sehr samtig.
Wirklich feine Tröpfchen!
Wie kann man die nur mit Cola mischen???
Dürfen die Verkostungsgläser behalten.
Als kleines Geschenk.
Oh, wie gern hätte ich die nach Österreich mitgenommen!!
Aber haben weder eine bruchfeste Verpackung noch Platz im Gepäck.
Müssen wir leider, leider im Airbnb zurücklassen.






Kaufen auch einen Pisco Sour.
Hat uns ja in der Atacama Wüste so gut geschmeck!
Öffnen ihn am Abend voller Vorfreude.
Uääähhhh!!!
Ist das ein süßes Gesöff.
Kann ja keiner trinken!
DAS hat uns so geschmeckt?
Der Geschmackssinn muss in der Höhe wirklich ein anderer sein.
Ist tatsächlich so!
In großen Höhen schmeckt Süßes um 15 -20% weniger süß.
Sind jetzt um gut 1.800m tiefer.
Tut dem Pisco Sour Geschmack nicht gut.
Kehren zum Rotwein und Sparkling Wine zurück.
Viel besser!
Fahren noch in ein Nebental.
Nach Pisco Elqui.
Das Dorf heißt erst seit 1936 so.
Eigentlich ist das Dorf nach dem Getränk benannt.
Der Namenswechsel sollte aber auch die Bezeichnung des chilenischen Weinbrands absichern.
Klassischer Zirkelbezug.
Das Dorf selbst unspektakulär.
Keine Ahnung, warum’s so ein Touristenziel ist.
Die Landschaft aber echt einmalig.
Total karge, trockene Berghänge.
Kakteen!
Vom Tal hinauf satt-grüne Weingärten.
Arger Kontrast.
Am Abend tauchen wir nochmal in die Regional Kultur ein.
Ein Folklore Festival.
Am Hauptplatz.
Mit Musik- und Tanzgruppen aus Chile und Argentinien.
Ganz Vicuña auf den Beinen.
Eher schwermütige Volkslieder.
Für meinen Geschmack zu schwermütig.
Rückzug ins Airbnb.
Ein Gin Tonic am Balkon.
Der Pisco Sour bleibt im Kühlschrank.




